Andrea Ridder
Malerei

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14. Mai bis 08. Juni 2021

Die An – oder Abwesenheit des Menschen in der Malerei von Andrea Ridder

Produzenten-Galerie · Rohrteichstraße 36 · 33602 Bielefeld

In einer umfassenden Projektarbeit hat sich die Bielefelder Künstlerin Andrea Ridder mit dem Thema „Das Fenster in der Malerei“ beschäftigt. Die Ergebnisse dieses intensiven Arbeitsprozesses sind nun in einer Ausstellung in der Produzentengalerie Bielefeld in der Rohrteichstraße 36 zu sehen.

Das Fenstermotiv findet sich häufig in Kunst und Literatur. Dies inspirierte Ridder dazu, in ihrer Malerei die Bedeutung des Fensters für uns Menschen aufzuzeigen und zugleich die Fensterdarstellung auf reine Flächenkompositionen zu reduzieren.

Ein Fenster dient der Belüftung, Beleuchtung, dem Ausblick. Aus sicherer Entfernung sehen wir dem Treiben draußen zu, geschützt in unseren eigenen 4 Wänden. Indem wir ein Fenster schließen, schützen wir uns vor Kälte, unerwünschten Blicken und Eindringlingen. Ein Fenster zu öffnen bedeutet, Kontakt aufzunehmen zur Außenwelt. Das Fenster ist Symbol für Schutz, Abschottung und Öffnung zugleich, es ist die Schwelle zwischen Innen und Außen, Ich und Du.

Gerade in Zeiten der Pandemie, in denen viele Menschen in Quarantäne und Isolation zu Haus verbringen müssen, ist das Öffnen des Fensters häufig einziger Kontakt zur Außenwelt, sieht man einmal vom Internet und dem Telefon ab. Inwieweit lassen wir Kontakte und Einblicke zu?

In den Acrylbildern der Künstlerin spiegeln sich der Himmel, Industrielandschaften, gegenüberliegende Häuser oder architektonische Elemente in den Scheiben der Fenster. Auf glatten Fensterscheiben entstehen so Spiegelungen, die für eine Irritation der Perspektive und eine emotionale Abgrenzung sorgen. Es ist ein Spiel mit der Illusion, wodurch der Einblick in die Privatsphäre der Menschen verwehrt wird und ein Effekt der Erkenntnis ad absurdum geführt wird.

Der Mensch ist nicht sichtbar dargestellt in den Bildern, aber er scheint in den Arbeiten anwesend zu sein. Oder doch nicht? Darstellungen von geöffneten Fenstern suggerieren die Anwesenheit eines Menschen, der sich eben noch am Fenster befand, um es zu öffnen oder jeden Moment wieder auftaucht, um es zu schließen. Dennoch ist dieser Mensch gerade mit irgendetwas anderem beschäftigt, etwas, das für ihn dringlicher und wichtiger ist, als mit uns Betrachtenden Kontakt aufzunehmen.

Darüber hinaus interessiert die Künstlerin die Ansicht eines Fensters als rein bildnerische Komposition im übertragenen Sinn. Teilweise sind Fensterläden, Ansichten von Fensterrahmen oder mit Folie beklebte Scheiben in stark vergrößerter Detailansicht zu sehen. Ihre Fensterdarstellungen dienen nicht mehr der Illustration der Funktion und Bedeutung eines Fensters, sondern der Reduktion auf die reine Flächen- und Farbkomposition.

Die Arbeiten werden in der kleinen Galerie unter anderem als Installation wie in einem „begehbaren Schaufenster“ präsentiert: das Fenster im Fenster. So ist die Ausstellung auch im Vorrübergehen durch das Galeriefenster zu sehen. Im Anschluss sollen die Arbeiten in diversen Schaufenstern leerstehender Räumlichkeiten bundesweit gezeigt werden.

Besuchstermine in der Galerie können gerne unter der Tel.Nr. 0151-28862027 vereinbart werden.

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